Altbau Photovoltaik


Photovoltaik auf dem Altbau in Viersen: Was bei der Installation zu beachten ist

Altbau Photovoltaik

Photovoltaik auf dem Altbau in Viersen installieren? Erfahren Sie, welche Besonderheiten bei Dachstatik, Elektrik und Genehmigung wichtig sind.

PV-Anlage auf älteren Gebäuden in Viersen: Chancen und Herausforderungen

Die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf einem Altbau in Viersen ist grundsätzlich möglich und oft auch wirtschaftlich sinnvoll. Allerdings bringen ältere Gebäude einige Besonderheiten mit sich, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen. Von der Dachstatik über die bestehende Elektroinstallation bis hin zu eventuellen Denkmalschutzauflagen gibt es mehrere Aspekte, die eine sorgfältige Prüfung erfordern.

Die Dachkonstruktion ist bei Altbauten in Viersen häufig der erste kritische Punkt. Während moderne Dächer in der Regel für zusätzliche Lasten wie Solarmodule ausgelegt sind, wurden ältere Dachstühle nach anderen Normen gebaut. Eine Photovoltaik-Anlage bringt je nach Modultyp und Montagesystem ein zusätzliches Gewicht von etwa 15 bis 25 Kilogramm pro Quadratmeter auf das Dach. Bei einem Satteldach mit 50 Quadratmetern nutzbarer Fläche können das schnell 750 bis 1.250 Kilogramm sein. Ob die vorhandene Dachkonstruktion diese Last tragen kann, sollte im Zweifelsfall ein Statiker prüfen. Besonders bei Dächern, die vor 1970 errichtet wurden, oder bei Gebäuden mit sichtbaren Schäden am Dachstuhl ist diese Prüfung unerlässlich.

Die Dacheindeckung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Auf einem Altbau in Viersen finden sich häufig Betondachsteine, Tonziegel oder auch Schieferplatten. Für jede Eindeckungsart gibt es spezielle Montagesysteme, die eine sichere Befestigung der Module gewährleisten. Bei Schieferdächern ist die Montage aufwendiger, da die Platten empfindlicher sind und spezielle Dachhaken erforderlich machen. Grundsätzlich sollte die Dacheindeckung in gutem Zustand sein, bevor eine PV-Anlage installiert wird. Wenn ohnehin eine Dachsanierung ansteht, ist das der ideale Zeitpunkt für die gleichzeitige Installation einer Solaranlage.

Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die Elektroinstallation im Gebäude. In vielen Altbauten in Viersen stammt die elektrische Anlage noch aus den 1960er- oder 1970er-Jahren. Für den Anschluss einer Photovoltaik-Anlage muss der Zählerschrank bestimmte Anforderungen erfüllen. Es werden zusätzliche Plätze für Sicherungen und Schutzeinrichtungen benötigt, und der Zählerplatz muss den aktuellen technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers entsprechen. In der Praxis bedeutet das häufig, dass der alte Zählerschrank gegen einen modernen ausgetauscht werden muss. Diese Modernisierung verursacht zusätzliche Kosten, bringt aber auch Vorteile: Die gesamte Elektroinstallation wird auf einen aktuellen Stand gebracht, und künftige Erweiterungen wie eine Wallbox für das Elektroauto oder ein Batteriespeicher lassen sich einfacher realisieren.

Die Verkabelung im Haus ist ein weiterer Punkt, der bei Altbauten Aufmerksamkeit verdient. Vom Wechselrichter, der meist im Keller oder in der Garage installiert wird, muss eine Leitung zum Zählerschrank geführt werden. In einem Neubau werden solche Leitungswege bereits eingeplant. In einem Altbau muss die Kabelführung oft improvisiert werden – durch vorhandene Schächte, entlang von Kellerwänden oder in manchen Fällen auch an der Fassade entlang. Ein erfahrener Elektroinstallateur findet in der Regel praktikable Lösungen, die sowohl technisch einwandfrei als auch optisch akzeptabel sind.

Bei Altbauten in Viersen, die unter Denkmalschutz stehen oder in einem denkmalgeschützten Ensemble liegen, gelten besondere Regeln. Die Installation einer Photovoltaik-Anlage muss in solchen Fällen mit der Denkmalbehörde abgestimmt werden. Grundsätzlich sind PV-Anlagen auch auf denkmalgeschützten Gebäuden möglich, allerdings können Auflagen hinsichtlich der Modulfarbe, der Anordnung oder der Sichtbarkeit von der Straße aus bestehen. Schwarze Module, die sich optisch besser in das Dachbild einfügen, werden von Denkmalschutzbehörden oft bevorzugt. In manchen Fällen ist auch eine Installation auf einem weniger sichtbaren Dachteil möglich, etwa auf der straßenabgewandten Seite.

Die Dachausrichtung und Verschattung sind bei jedem Gebäude relevant, bei Altbauten aber manchmal besonders herausfordernd. Ältere Wohngebiete in Viersen sind oft durch gewachsene Baumbestände geprägt, die Teile des Daches verschatten können. Auch Nachbargebäude, Schornsteine oder Gauben können Schatten werfen. Eine genaue Verschattungsanalyse vor der Installation hilft, die optimale Modulbelegung zu finden und unrealistische Ertragserwartungen zu vermeiden. Moderne Wechselrichter mit Moduloptimierern können die Auswirkungen von Teilbeschattung deutlich reduzieren.

Ein Hausbesitzer in der Viersener Innenstadt wollte auf seinem Reihenhaus aus den 1930er-Jahren eine Photovoltaik-Anlage installieren lassen. Das Dach war nach Süden ausgerichtet und bot grundsätzlich gute Voraussetzungen. Bei der Vorbesichtigung stellte sich jedoch heraus, dass der alte Zählerschrank komplett erneuert werden musste und die Dachpfannen an einigen Stellen beschädigt waren. Gemeinsam mit einem Dachdeckerbetrieb wurde zunächst die Eindeckung instand gesetzt. Anschließend erfolgte die Installation der PV-Anlage mit einer Leistung von sechs Kilowatt Peak. Der neue Zählerschrank bietet nun ausreichend Platz für einen künftigen Speicher, und die Anlage produziert seit der Inbetriebnahme zuverlässig Solarstrom.

Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaik-Anlage auf einem Altbau in Viersen hängt von mehreren Faktoren ab. Neben den Installationskosten, die bei Altbauten tendenziell etwas höher liegen als bei Neubauten, spielen die Sonneneinstrahlung, der Eigenverbrauchsanteil und die Entwicklung der Strompreise eine Rolle. Trotz der zusätzlichen Herausforderungen amortisieren sich PV-Anlagen auf Altbauten in der Regel innerhalb von zehn bis fünfzehn Jahren. Mit einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren erwirtschaften sie danach noch viele Jahre lang kostenlosen Strom.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Altbauten in Viersen durchaus für Photovoltaik geeignet sind, wenn die individuellen Gegebenheiten sorgfältig geprüft werden. Eine professionelle Beratung, die Dachstatik, Elektroinstallation und eventuelle Denkmalschutzauflagen berücksichtigt, ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Installation. Der Aufwand lohnt sich: Auch auf älteren Gebäuden lässt sich mit Solarstrom ein wichtiger Beitrag zur Energiewende leisten und gleichzeitig die Stromrechnung senken.

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