Solarstrom in Schwalmtal: Wie viel Dachfläche braucht eine PV-Anlage wirklich?
PV-Anlage in Schwalmtal planen? Erfahren Sie, wie viel Dachfläche Sie wirklich benötigen und welche Faktoren die Anlagengröße beeinflussen.
Flächenbedarf und Anlagengröße für Eigenheime in Schwalmtal richtig kalkulieren
Die Frage nach der benötigten Dachfläche gehört zu den ersten, die sich Hausbesitzer in Schwalmtal stellen, wenn sie über eine Photovoltaik-Anlage nachdenken. Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab: vom gewünschten Stromertrag, vom Modultyp, von der Dachneigung und -ausrichtung sowie von möglichen Verschattungen. Eine realistische Einschätzung hilft, die richtige Anlagengröße zu planen und überzogene Erwartungen zu vermeiden.
Moderne Solarmodule haben sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Während vor zehn Jahren Module mit 250 Watt Peak Leistung Standard waren, erreichen aktuelle Module 400 bis 450 Watt Peak bei nahezu gleicher Größe. Die Standardmaße liegen bei etwa 1,70 Meter Länge und 1,00 Meter Breite, was einer Fläche von rund 1,7 Quadratmetern pro Modul entspricht. Mit einem 400-Watt-Modul ergibt sich damit eine Flächenleistung von etwa 235 Watt pro Quadratmeter.
Für ein typisches Einfamilienhaus in Schwalmtal mit einem Jahresverbrauch von 4.000 bis 5.000 Kilowattstunden empfiehlt sich eine PV-Anlage mit einer Leistung von sechs bis zehn Kilowatt Peak. Bei einer Flächenleistung von 235 Watt pro Quadratmeter entspricht das einer benötigten Dachfläche von etwa 25 bis 43 Quadratmetern. Diese Werte beziehen sich auf die tatsächlich mit Modulen belegte Fläche und berücksichtigen noch keine Abstände oder Randbereiche.
In der Praxis muss jedoch mehr Dachfläche vorhanden sein, als rein rechnerisch für die Module benötigt wird. Zwischen den Modulen werden kleine Abstände für die Montage eingeplant, und zu den Dachrändern muss aus Sicherheitsgründen und wegen der Windlast ein gewisser Abstand eingehalten werden. Als Faustregel sollte man mit etwa 20 Prozent zusätzlichem Flächenbedarf rechnen. Für eine Anlage mit 30 Quadratmetern Modulfläche sollte das Dach also mindestens 36 bis 40 Quadratmeter nutzbare Fläche bieten.
Die Dachausrichtung beeinflusst den Ertrag einer PV-Anlage erheblich. Optimal ist eine Südausrichtung mit einer Dachneigung von etwa 30 bis 35 Grad. In Schwalmtal und Umgebung erzielen solche Dächer Erträge von etwa 950 bis 1.050 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt Peak und Jahr. Bei einer Ost- oder Westausrichtung sinkt der Ertrag um etwa 15 bis 20 Prozent, bei einer Nordausrichtung noch deutlicher. Das bedeutet nicht, dass sich eine PV-Anlage auf einem Ost-West-Dach nicht lohnt – es müssen lediglich mehr Module installiert werden, um den gleichen Jahresertrag zu erreichen.
Interessanterweise haben Ost-West-Dächer auch Vorteile. Die Stromerzeugung verteilt sich gleichmäßiger über den Tag, weil morgens die Ostseite und nachmittags die Westseite mehr Strom liefert. Das kann den Eigenverbrauchsanteil erhöhen, weil weniger Strom in der Mittagszeit eingespeist werden muss. Bei der Planung sollte dieser Effekt berücksichtigt werden.
Verschattungen durch Bäume, Nachbargebäude, Schornsteine oder Dachaufbauten reduzieren den Ertrag erheblich. Bereits eine Teilverschattung eines Moduls kann dessen Leistung deutlich mindern. Moderne Wechselrichter mit Moduloptimierern können die Auswirkungen von Verschattung reduzieren, aber nicht vollständig kompensieren. Bei der Begehung des Dachs sollte daher genau analysiert werden, welche Bereiche zu welchen Tageszeiten und Jahreszeiten verschattet sind. Flächen, die dauerhaft im Schatten liegen, eignen sich nicht für Solarmodule.
Die Dachform spielt ebenfalls eine Rolle. Auf einem einfachen Satteldach lässt sich die Fläche sehr effizient nutzen. Bei Walmdächern, Krüppelwalmdächern oder Dächern mit vielen Gauben und Dachfenstern ist die nutzbare Fläche deutlich geringer, als die Gesamtdachfläche vermuten lässt. Ein Walmdach mit vier geneigten Flächen bietet beispielsweise oft nur auf einer oder zwei Seiten sinnvoll nutzbare Flächen.
Ein Hausbesitzer in Schwalmtal-Waldniel wollte seinen Stromverbrauch von jährlich 4.800 Kilowattstunden möglichst weitgehend selbst decken. Das Satteldach seines Einfamilienhauses ist nach Südwesten ausgerichtet und bietet eine nutzbare Fläche von etwa 45 Quadratmetern. Nach Abzug der Randbereiche und unter Berücksichtigung eines Schornsteins konnten 20 Module mit insgesamt acht Kilowatt Peak installiert werden. Die Anlage erzeugt nun etwa 7.600 Kilowattstunden pro Jahr – mehr als der Haushalt verbraucht. Mit einem später nachgerüsteten Batteriespeicher liegt der Eigenverbrauchsanteil bei über 70 Prozent.
Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage hängt nicht nur von der Größe ab, sondern auch davon, wie der erzeugte Strom genutzt wird. Eine sehr große Anlage, die viel mehr Strom produziert, als der Haushalt verbrauchen kann, erzielt hohe Einspeiseerlöse, aber einen niedrigen Eigenverbrauchsanteil. Eine kleinere Anlage, die genau auf den Verbrauch abgestimmt ist, erreicht möglicherweise einen höheren Eigenverbrauchsanteil, deckt aber nicht den gesamten Strombedarf. Die optimale Anlagengröße liegt meist irgendwo dazwischen und sollte individuell berechnet werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass für ein typisches Einfamilienhaus in Schwalmtal eine Dachfläche von 35 bis 50 Quadratmetern ausreicht, um eine sinnvoll dimensionierte PV-Anlage zu installieren. Die genaue Größe hängt von der Dachausrichtung, der Dachneigung und möglichen Verschattungen ab. Eine professionelle Beratung vor Ort, die alle diese Faktoren berücksichtigt, ist der beste Weg zu einer optimal geplanten Solaranlage.