elektrotechnik


PV-Anlage in Mönchengladbach nachrüsten – wann lohnt sich ein Speicher?

elektrotechnik

PV-Anlage in Mönchengladbach mit Speicher nachrüsten? Erfahren Sie, wann sich ein Batteriespeicher lohnt und worauf Sie achten sollten.

Solarstrom in Mönchengladbach: Warum immer mehr Hausbesitzer über Speicher nachdenken

Die Energiepreise der vergangenen Jahre haben bei vielen Hausbesitzern in Mönchengladbach ein Umdenken ausgelöst. Wer bereits eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat, stellt sich früher oder später eine zentrale Frage: Lohnt sich die Nachrüstung eines Batteriespeichers? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab – vom individuellen Stromverbrauch über das Nutzerverhalten bis hin zur Größe der bestehenden PV-Anlage. Dieser Beitrag beleuchtet die wichtigsten Aspekte und hilft bei der Einschätzung, ob ein Speicher für Ihre Situation in Mönchengladbach sinnvoll ist.

Eine Photovoltaik-Anlage erzeugt Strom, wenn die Sonne scheint – also vor allem tagsüber. Viele Haushalte in Mönchengladbach verbrauchen den größten Teil ihres Stroms jedoch morgens und abends: Der Herd läuft beim Kochen, die Waschmaschine nach Feierabend, die Beleuchtung in den Abendstunden. Ohne Speicher fließt ein erheblicher Teil des selbst erzeugten Solarstroms ins öffentliche Netz und wird zu vergleichsweise geringen Einspeisevergütungen abgegeben. Ein Batteriespeicher ändert diese Situation grundlegend. Er nimmt den tagsüber erzeugten Überschuss auf und stellt ihn dann zur Verfügung, wenn er tatsächlich benötigt wird. Auf diese Weise lässt sich der Eigenverbrauchsanteil deutlich erhöhen – je nach Anlagengröße und Verbrauchsverhalten von etwa 30 Prozent ohne Speicher auf 60 bis 80 Prozent mit Speicher.

Die Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeichers hängt von mehreren Variablen ab. Zunächst spielt die Differenz zwischen dem Strompreis, den Sie für Netzstrom bezahlen, und der Einspeisevergütung, die Sie für überschüssigen Solarstrom erhalten, eine entscheidende Rolle. Je größer diese Differenz, desto attraktiver wird die Speicherung des eigenen Stroms. Bei aktuellen Strompreisen von über 30 Cent pro Kilowattstunde und Einspeisevergütungen unter 10 Cent ergibt sich eine erhebliche Spanne, die den Speicher interessant macht.

Ein zweiter Faktor ist das Verbrauchsprofil. Haushalte, in denen tagsüber kaum jemand zu Hause ist, profitieren besonders stark von einem Speicher, weil der Solarstrom sonst weitgehend eingespeist werden müsste. Familien in Mönchengladbach, bei denen durch Homeoffice oder Kinderbetreuung auch tagsüber ein gewisser Grundverbrauch besteht, können bereits ohne Speicher einen höheren Eigenverbrauch erreichen – hier fällt der zusätzliche Nutzen eines Speichers etwas geringer aus, ist aber dennoch vorhanden.

Die Größe der bestehenden PV-Anlage ist der dritte wesentliche Aspekt. Eine kleine Anlage mit fünf Kilowatt Peak erzeugt an einem sonnigen Sommertag womöglich gerade so viel Strom, wie der Haushalt verbraucht – für einen Speicher bleibt dann wenig übrig. Eine größere Anlage mit zehn oder mehr Kilowatt Peak produziert hingegen regelmäßig Überschüsse, die sinnvoll gespeichert werden können.

Die Dimensionierung des Batteriespeichers ist ein häufiges Thema bei Beratungsgesprächen. Eine zu kleine Batterie schöpft das Potenzial der PV-Anlage nicht aus, eine zu große Batterie verursacht unnötige Kosten und wird selten vollständig genutzt. Als Faustregel gilt: Die nutzbare Speicherkapazität sollte etwa dem Stromverbrauch entsprechen, der zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang anfällt. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt in Mönchengladbach mit einem Jahresverbrauch von rund 4.500 Kilowattstunden liegt dieser Wert bei etwa acht bis zehn Kilowattstunden.

Allerdings ist diese Faustregel nur ein Ausgangspunkt. Bei der genauen Planung sollten weitere Faktoren berücksichtigt werden: Gibt es ein Elektroauto, das künftig mit Solarstrom geladen werden soll? Ist die Anschaffung einer Wärmepumpe geplant? Solche Verbraucher können den Strombedarf erheblich steigern und eine größere Speicherlösung sinnvoll machen.

Nicht jede bestehende PV-Anlage lässt sich problemlos mit einem Speicher nachrüsten. Die technischen Voraussetzungen hängen unter anderem vom Wechselrichter ab. Moderne Hybridwechselrichter sind bereits für den Anschluss eines Speichers vorbereitet. Bei älteren Anlagen in Mönchengladbach, die vor zehn oder mehr Jahren installiert wurden, ist der vorhandene Wechselrichter oft nicht speicherkompatibel. In solchen Fällen gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird ein sogenannter AC-gekoppelter Speicher installiert, der einen eigenen Batteriewechselrichter mitbringt und auf der Wechselstromseite angeschlossen wird. Oder der bestehende Wechselrichter wird durch ein modernes Hybridgerät ersetzt, was zusätzliche Kosten verursacht, aber langfristig die effizientere Lösung sein kann.

Der Zählerschrank spielt ebenfalls eine Rolle. Für die Installation eines Batteriespeichers müssen bestimmte Schutzeinrichtungen vorhanden sein, und der Zählerplatz muss den aktuellen Normen entsprechen. In vielen Altbauten in Mönchengladbach sind die Zählerschränke veraltet und müssen im Zuge der Speichernachrüstung modernisiert werden. Diese Zusatzkosten sollten bei der Kalkulation berücksichtigt werden.

Die Förderlandschaft für Batteriespeicher hat sich in den vergangenen Jahren mehrfach verändert. Während es früher direkte Zuschüsse vom Land Nordrhein-Westfalen gab, sind diese Programme zwischenzeitlich ausgelaufen oder wurden neu aufgelegt. Es empfiehlt sich daher, vor der Investition die aktuellen Fördermöglichkeiten zu prüfen. Neben Landesprogrammen können auch kommunale Förderungen relevant sein. Darüber hinaus ist der Kauf eines Batteriespeichers seit Anfang 2023 von der Mehrwertsteuer befreit, sofern er zusammen mit einer PV-Anlage betrieben wird. Diese Regelung gilt auch für die Nachrüstung eines Speichers an einer bestehenden Anlage und reduziert die Anschaffungskosten um 19 Prozent.

Ein Batteriespeicher ist eine langfristige Investition. Die meisten Hersteller geben Garantien von zehn Jahren und versprechen, dass die Speicherkapazität nach dieser Zeit noch mindestens 70 bis 80 Prozent des Ausgangswerts beträgt. Hochwertige Lithium-Eisenphosphat-Batterien, die heute Standard sind, erreichen in der Praxis oft deutlich längere Lebensdauern.

Ein Hausbesitzer im Stadtteil Odenkirchen hatte vor sieben Jahren eine PV-Anlage mit acht Kilowatt Peak installieren lassen. Der Eigenverbrauchsanteil lag bei etwa 25 Prozent – der Großteil des Solarstroms wurde eingespeist. Nach einer Analyse des Verbrauchsverhaltens und der Erträge der bestehenden Anlage fiel die Entscheidung für einen Batteriespeicher mit zehn Kilowattstunden nutzbarer Kapazität. Da der vorhandene Wechselrichter nicht kompatibel war, wurde ein AC-gekoppeltes System gewählt. Zusätzlich musste der Zählerschrank modernisiert werden, was die Gesamtkosten erhöhte. Nach der Installation stieg der Eigenverbrauchsanteil auf rund 65 Prozent. Die monatliche Stromrechnung reduzierte sich deutlich, und der Haushalt ist nun weitgehend unabhängig von Strompreisschwankungen.

Die Frage, ob sich ein Batteriespeicher für eine bestehende PV-Anlage in Mönchengladbach lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Wirtschaftlichkeit hängt von der Anlagengröße, dem Verbrauchsverhalten, den technischen Voraussetzungen und den individuellen Zielen ab. Wer vor allem die Stromkosten senken möchte, sollte genau kalkulieren. Wer hingegen Wert auf Unabhängigkeit und Eigenversorgung legt, wird die Investition auch bei längeren Amortisationszeiten als sinnvoll erachten. Eine fundierte Beratung durch einen Fachbetrieb, der die örtlichen Gegebenheiten kennt und alle relevanten Faktoren berücksichtigt, ist der erste Schritt zu einer guten Entscheidung.

Sie haben Fragen?

Experten für Elektrotechnik und Photovoltaikanlagen