Elektroinstallation im Altbau in Meerbusch: Wann ist eine Komplettsanierung nötig?
Elektroinstallation im Altbau in Meerbusch sanieren? Erfahren Sie, wann eine Komplettsanierung nötig ist und welche Risiken alte Elektrik birgt.
Veraltete Elektrik in Meerbusch erkennen und sicher modernisieren
Viele Altbauten in Meerbusch beeindrucken mit ihrem Charme, ihrer großzügigen Raumaufteilung und ihrer soliden Bausubstanz. Doch hinter den historischen Fassaden verbirgt sich oft eine Elektroinstallation, die den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht. Die Frage, ob eine Teilsanierung ausreicht oder eine Komplettsanierung notwendig ist, beschäftigt viele Hausbesitzer. Die Antwort hängt vom Zustand der bestehenden Installation, vom geplanten Nutzungskonzept und von den geltenden Sicherheitsvorschriften ab.
Die Elektroinstallation in einem Altbau wurde nach den damaligen technischen Regeln geplant und ausgeführt. In einem Gebäude aus den 1950er- oder 1960er-Jahren gab es typischerweise zwei bis drei Steckdosen pro Raum, einen einzelnen Lichtauslass und eine zentrale Sicherung für mehrere Räume. Der Gesamtanschlusswert lag bei etwa drei bis fünf Kilowatt – ausreichend für die damaligen Haushaltsgeräte, aber völlig unzureichend für den heutigen Bedarf. Moderne Haushalte in Meerbusch nutzen Induktionsherde, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Trockner, Klimageräte, Elektroautos und zahlreiche elektronische Geräte, die zusammen ein Vielfaches der ursprünglich eingeplanten Leistung benötigen.
Ein deutliches Zeichen für eine überalterte Elektroinstallation sind häufig auslösende Sicherungen oder Leitungsschutzschalter. Wenn beim Einschalten der Waschmaschine regelmäßig die Sicherung fliegt, ist die Leitung für die angeschlossenen Verbraucher unterdimensioniert. Auch ein Flackern der Beleuchtung beim Anlaufen eines Geräts deutet auf Schwächen im Leitungsnetz hin. Solche Symptome sollten ernst genommen werden, denn sie können auf eine Überlastung hinweisen, die im schlimmsten Fall zu einem Kabelbrand führen kann.
Die Art der verwendeten Leitungen ist ein weiterer wichtiger Indikator. In Altbauten finden sich häufig noch Stoffummantelte Leitungen, die in den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg üblich waren. Diese Leitungen entsprechen nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards und sollten ersetzt werden. Auch Aluminiumleitungen, die in den 1960er- und 1970er-Jahren zeitweise verlegt wurden, gelten heute als problematisch, weil die Klemmverbindungen im Laufe der Zeit oxidieren und zu Übergangswiderständen führen können.
Der Zählerschrank ist oft das Herzstück der Elektroinstallation und zugleich ein Indikator für deren Alter. Alte Zählerschränke mit Schraubsicherungen, ohne FI-Schutzschalter und ohne ausreichende Reserveplätze entsprechen nicht mehr den aktuellen technischen Anschlussbedingungen. Bei einer Modernisierung wird der Netzbetreiber in der Regel einen neuen, normgerechten Zählerschrank verlangen. Diese Anforderung kann der Auslöser für eine umfassendere Sanierung sein.
Die Frage, ob eine Komplettsanierung notwendig ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich gilt: Wenn die vorhandene Installation sicher ist, können punktuelle Erweiterungen und Modernisierungen ausreichen. Wenn jedoch grundlegende Mängel vorliegen – fehlende Schutzleiter, unzureichende Leitungsquerschnitte, beschädigte Isolation – ist eine Komplettsanierung der sicherste und langfristig wirtschaftlichste Weg.
Eine Komplettsanierung der Elektroinstallation bedeutet, dass alle Leitungen, Schalter, Steckdosen und der Zählerschrank erneuert werden. Das ist ein erheblicher Eingriff, der in einem bewohnten Gebäude mit Belastungen verbunden ist. Wände müssen geöffnet, Schlitze gestemmt und anschließend wieder verputzt werden. In vielen Fällen bietet es sich daher an, die Elektrosanierung mit einer ohnehin geplanten Renovierung zu verbinden. Wenn Böden, Wände oder Bäder erneuert werden, können die neuen Leitungen gleich mit verlegt werden.
Bei einer Komplettsanierung in Meerbusch sollte nicht nur der aktuelle Bedarf berücksichtigt werden, sondern auch zukünftige Anforderungen. Die Installation einer Wallbox für ein Elektroauto, einer Photovoltaik-Anlage mit Speicher oder einer Wärmepumpe erfordert entsprechende Leitungen und Absicherungen. Wer heute saniert und diese Möglichkeiten nicht einplant, muss später erneut in die Wände – ein vermeidbarer Aufwand.
Ein Hausbesitzer in Meerbusch-Büderich hatte ein Reihenhaus aus den 1960er-Jahren erworben. Die Elektroinstallation war noch weitgehend im Originalzustand: stoffummantelte Leitungen, ein alter Zählerschrank ohne FI-Schutzschalter, zu wenige Steckdosen in den Räumen. Nach einer Bestandsaufnahme wurde entschieden, die gesamte Elektroinstallation zu erneuern. Im Zuge der Arbeiten wurden deutlich mehr Steckdosen eingeplant, separate Stromkreise für Küche, Bad und Arbeitszimmer geschaffen und ein moderner Zählerschrank mit ausreichend Reserveplätzen installiert. Eine Vorbereitung für eine spätere Wallbox wurde ebenfalls vorgesehen. Die Sanierung dauerte mehrere Wochen und erforderte umfangreiche Malerarbeiten nach dem Verschließen der Schlitze, aber das Ergebnis ist eine sichere, zeitgemäße Elektroinstallation, die den Bedürfnissen der Familie auf Jahre hinaus entspricht.
Die Kosten einer Komplettsanierung variieren je nach Gebäudegröße, Ausstattungsstandard und baulichen Gegebenheiten. Als grobe Orientierung kann man für ein Einfamilienhaus mit 120 bis 150 Quadratmetern Wohnfläche mit Kosten von 15.000 bis 25.000 Euro rechnen. Darin enthalten sind Material, Arbeitsleistung und die Nebenarbeiten wie Schlitze stemmen und verputzen. Hinzu können Kosten für einen neuen Zähleranschluss kommen, falls der Netzbetreiber eine Erhöhung der Anschlussleistung verlangt.
Die Elektrosanierung im Altbau ist eine Investition in Sicherheit und Wohnkomfort. Sie schafft die Voraussetzungen für eine zeitgemäße Nutzung des Gebäudes und erhöht dessen Wert. Für Hausbesitzer in Meerbusch, die einen Altbau bewohnen oder erworben haben, lohnt sich eine professionelle Bestandsaufnahme der vorhandenen Elektroinstallation. Auf dieser Basis lässt sich fundiert entscheiden, ob eine Komplettsanierung notwendig ist oder ob gezielte Einzelmaßnahmen ausreichen.