Lastmanagement bei mehreren Wallboxen in Krefeld – so bleibt das Netz stabil
Intelligente Ladesteuerung für mehrere Elektroautos in Krefelder Haushalten
Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf, und in immer mehr Haushalten gibt es nicht nur ein, sondern zwei oder mehr Elektrofahrzeuge. Für Hausbesitzer in Krefeld mit mehreren Wallboxen stellt sich die Frage: Wie kann sichergestellt werden, dass alle Fahrzeuge geladen werden, ohne den Hausanschluss zu überlasten? Die Antwort liegt im Lastmanagement – einer intelligenten Steuerung, die die verfügbare Leistung optimal verteilt.
Das Problem ist schnell erklärt: Ein typischer Hausanschluss für ein Einfamilienhaus in Krefeld ist auf eine Leistung von etwa 30 bis 50 Kilowatt ausgelegt. Eine Wallbox mit elf Kilowatt allein liegt noch im Rahmen. Wenn jedoch zwei Wallboxen gleichzeitig mit voller Leistung laden, während im Haus der Herd läuft, die Wärmepumpe arbeitet und der Durchlauferhitzer anspringt, kann die Summe der Leistungen die Kapazität des Hausanschlusses übersteigen. Im günstigsten Fall löst die Hauptsicherung aus, im ungünstigsten Fall drohen Schäden an der Elektroinstallation.
Ein statisches Lastmanagement ist die einfachste Lösung. Dabei wird die maximal verfügbare Ladeleistung fest auf die Wallboxen aufgeteilt. Wenn zwei Wallboxen jeweils mit elf Kilowatt installiert sind, könnte jede auf maximal sieben Kilowatt begrenzt werden, um eine Gesamtleistung von 14 Kilowatt nicht zu überschreiten. Diese Lösung ist einfach umzusetzen, hat aber den Nachteil, dass die Ladeleistung auch dann reduziert bleibt, wenn nur ein Fahrzeug lädt und eigentlich mehr Leistung zur Verfügung stünde.
Ein dynamisches Lastmanagement ist die elegantere Lösung. Es überwacht den aktuellen Stromverbrauch des gesamten Haushalts in Echtzeit und passt die Ladeleistung der Wallboxen entsprechend an. Wenn der Haushaltsverbrauch niedrig ist, etwa nachts, können die Wallboxen mit voller Leistung laden. Wenn tagsüber viele Geräte laufen, wird die Ladeleistung automatisch reduziert, um den Hausanschluss nicht zu überlasten. Die verfügbare Leistung wird dabei auf die angeschlossenen Fahrzeuge verteilt.
Die technische Umsetzung eines dynamischen Lastmanagements erfordert mehrere Komponenten. Ein Stromwandler oder Smart Meter am Hausanschluss misst den aktuellen Gesamtverbrauch. Diese Information wird an einen Lastmanagement-Controller übermittelt, der die Wallboxen steuert. Die Wallboxen müssen dafür kommunikationsfähig sein und ein geeignetes Protokoll unterstützen. Viele moderne Wallboxen bieten diese Funktion bereits, bei älteren Modellen kann eine Nachrüstung erforderlich sein.
Die Verteilung der Ladeleistung auf mehrere Fahrzeuge kann nach verschiedenen Logiken erfolgen. Bei einer gleichmäßigen Verteilung erhält jedes Fahrzeug den gleichen Anteil der verfügbaren Leistung. Bei einer priorisierten Verteilung wird ein Fahrzeug bevorzugt geladen – etwa das, das morgens früh losfahren muss. Manche Systeme erlauben auch eine bedarfsgerechte Verteilung, bei der das Fahrzeug mit dem niedrigsten Ladestand bevorzugt wird.
Ein besonderer Anwendungsfall ist das solarstromoptimierte Laden. Wenn eine Photovoltaik-Anlage vorhanden ist, kann das Lastmanagement den aktuellen Überschuss an Solarstrom ermitteln und diese Leistung gezielt für das Laden der Fahrzeuge nutzen. So wird der Eigenverbrauch maximiert, ohne dass die Netzstabilität gefährdet wird. Diese Kombination aus Lastmanagement und Solarstromoptimierung ist technisch anspruchsvoll, bietet aber den größten wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen.
Die Kosten für ein Lastmanagement hängen von der gewählten Lösung ab. Einfache statische Begrenzungen können oft in der Wallbox selbst eingestellt werden und verursachen keine zusätzlichen Kosten. Ein dynamisches Lastmanagement erfordert zusätzliche Hardware – Stromwandler, Controller, eventuell einen Smart Meter – und kostet je nach System zwischen 500 und 2.000 Euro zusätzlich zu den Wallboxen. Die Installation sollte von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, der die Komponenten aufeinander abstimmt und das System in Betrieb nimmt.
Ein Mehrfamilienhaus-Besitzer in Krefeld stand vor der Herausforderung, für drei Parteien Lademöglichkeiten zu schaffen. Der Hausanschluss war für maximal 55 Kilowatt ausgelegt, was für drei Wallboxen mit je elf Kilowatt plus den üblichen Haushaltsverbrauch knapp werden konnte. Die Lösung war ein dynamisches Lastmanagement mit einem zentralen Controller, der die drei Wallboxen steuert. Ein Smart Meter am Hausanschluss liefert die aktuellen Verbrauchsdaten. Die Wallboxen teilen sich die verfügbare Leistung automatisch, wobei ein Mindestladestrom von zwei Kilowatt pro Fahrzeug garantiert wird, damit der Ladevorgang nicht vollständig unterbrochen wird.
Für Hausbesitzer in Krefeld, die mehrere Elektrofahrzeuge laden möchten oder in einer Eigentümergemeinschaft mit mehreren Parteien leben, ist ein Lastmanagement oft die einzige Möglichkeit, allen Fahrzeugen eine Lademöglichkeit zu bieten, ohne den Hausanschluss zu überlasten. Die Investition in ein intelligentes System zahlt sich durch die optimale Nutzung der vorhandenen Infrastruktur aus und vermeidet teure Anschlusserhöhungen.