Monteur installiert Solarmodule auf einem Wohnhausdach


PV-Anlage in Viersen noch 2026 in Betrieb nehmen? Was bis dahin passieren muss

Monteur installiert Solarmodule auf einem Wohnhausdach

Warum der Jahreswechsel eine Rolle spielt

Wer in Viersen eine Photovoltaikanlage plant, fragt sich in diesen Wochen möglicherweise, ob sie noch vor dem Jahreswechsel ans Netz gehen kann. Hintergrund ist die geplante EEG-Novelle: Der Regierungsentwurf sieht vor, dass es für Neuanlagen ab 2027 keine feste Einspeisevergütung über 20 Jahre mehr gibt. Beschlossen ist das Stand Herbst 2026 nicht, Änderungen sind möglich. Nach geltendem Recht behält aber, wer bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb geht, die heutige Vergütung über die volle Laufzeit.

Entscheidend ist dabei die Inbetriebnahme im Sinne des EEG. Das Datum der Bestellung oder der Vertragsunterschrift zählt nicht. Deshalb lohnt ein nüchterner Blick darauf, was bis dahin alles erledigt sein muss.

Die Schritte von der Beratung bis zur Inbetriebnahme

Eine PV-Anlage entsteht in mehreren Etappen, die aufeinander aufbauen und sich nur begrenzt parallel erledigen lassen:

  • Beratung und Bestandsaufnahme: Dach, Ausrichtung, Verschattung, Zählerschrank und Stromverbrauch werden geprüft.
  • Planung und Angebot: Anlagengröße, Wechselrichter, gegebenenfalls Speicher und Wallbox werden festgelegt.
  • Netzanfrage beim örtlichen Netzbetreiber.
  • Bestellung und Lieferung von Modulen, Unterkonstruktion, Wechselrichter und Speicher.
  • Montage auf dem Dach, bei Bedarf mit Gerüst, und elektrische Installation im Haus.
  • Anpassungen am Zählerschrank sowie Zählersetzung oder Zählerwechsel.
  • Inbetriebnahme mit Protokoll und Eintragung im Marktstammdatenregister.

Netzanfrage und Zähler: Schritte, die nicht allein in Ihrer Hand liegen

Für Anlagen bis 30 kWp gilt: Der Netzbetreiber muss auf die Netzanfrage innerhalb von vier Wochen antworten, sonst gilt sie als genehmigt. Das schafft Planbarkeit, heißt aber auch, dass allein dieser Schritt bis zu vier Wochen dauern kann. Sinnvoll ist deshalb, die Anfrage früh und mit vollständigen Unterlagen zu stellen.

Ähnlich ist es beim Zähler. Den Einbau oder Wechsel übernimmt der Messstellenbetreiber, und dessen Termine lassen sich von außen nur bedingt beeinflussen. In älteren Häusern, etwa in Siedlungshäusern oder Backsteinbauten, wie sie am Niederrhein häufig sind, kommt gelegentlich hinzu, dass der Zählerschrank vor dem Anschluss ertüchtigt oder erneuert werden muss. Das zeigt sich meist erst bei der Bestandsaufnahme vor Ort.

Was im Einzelfall als Inbetriebnahme im Sinne des EEG gilt und wie sie dokumentiert wird, sollte vorab mit dem Fachbetrieb geklärt werden – gerade dann, wenn ein Stichtag eine Rolle spielt.

Material, Wetter und Montage im Spätherbst

Lieferzeiten für Module, Wechselrichter und Speicher schwanken je nach Hersteller und Nachfrage. Wenn zum Jahresende viele Anlagen gleichzeitig fertig werden sollen, kann das die Verfügbarkeit einzelner Komponenten und die Terminlage bei Gerüstbau und Montage beeinflussen.

Dazu kommt die Jahreszeit. Dacharbeiten sind bei Frost, Nässe oder Sturm nur eingeschränkt oder gar nicht möglich, und die Tage sind kurz. Ein Zeitplan, der im November und Dezember keinen Puffer enthält, ist deshalb riskant.

Klappt das noch? Eine ehrliche Einschätzung

Ob eine Inbetriebnahme bis Ende Dezember gelingt, hängt vom Einzelfall ab: vom Zustand des Zählerschranks, von der Rückmeldung des Netzbetreibers, von Lieferzeiten, vom Wetter und davon, wie weit Ihre Planung schon ist. Das gilt für ein Projekt in Viersen wie überall. Wer bereits ein fertiges Konzept und eine gestellte Netzanfrage hat, steht anders da als jemand, der Ende Oktober das erste Gespräch führt. Eine pauschale Zusage wäre in beiden Fällen unseriös.

Wichtiger ist ein anderer Punkt: Solarmodule halten 25 Jahre und länger. Über diesen Zeitraum zählt, ob die Anlage zum Dach, zum Verbrauch und zur Hauselektrik passt – nicht, ob sie einige Wochen früher oder später ans Netz ging. Eine unter Zeitdruck falsch dimensionierte Anlage, ein unpassender Speicher oder ein übergangener Mangel im Zählerschrank können auf Dauer mehr kosten, als eine höhere Einspeisevergütung einbringt. Zumal der wirtschaftliche Nutzen bei Anlagen mit Eigenverbrauch ohnehin vor allem aus dem selbst genutzten Strom kommt.

Fazit für Viersen: erst die Planung, dann der Termin

Wenn Ihr Vorhaben schon weit gediehen ist, kann es sich lohnen, den Zeitplan bis zum Jahresende konkret durchzugehen. Wenn nicht, ist eine sauber geplante Anlage im neuen Jahr die bessere Wahl gegenüber einer überhasteten in diesem. Elektro Wortmann aus dem benachbarten Schwalmtal berät Sie in Viersen zur Auslegung und bespricht mit Ihnen offen, welcher Zeitrahmen für Ihr Vorhaben realistisch ist.

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