Negative Strompreise in Krefeld: Was passiert mit der Einspeisevergütung?

Wie es zu negativen Strompreisen kommt
An der Strombörse bildet sich der Preis aus Angebot und Nachfrage. An sonnigen, windreichen Tagen mit geringem Verbrauch – typischerweise an Wochenenden und Feiertagen im Frühjahr und Sommer, rund um die Mittagszeit – wird mehr Strom erzeugt, als gerade gebraucht wird. Der Börsenpreis kann dann unter null fallen: Wer Strom abnimmt, bekommt an der Börse rechnerisch Geld dafür.
Für Haushalte mit festem Stromtarif ändert sich dadurch an der Stromrechnung nichts. Für Betreiber neuer Photovoltaikanlagen, auch in Krefeld, hat es aber Folgen für die Einspeisevergütung.
Was das Solarspitzengesetz dazu regelt
Für Anlagen, die seit dem 25. Februar 2025 neu in Betrieb gegangen sind, gilt: In Zeiten negativer Börsenstrompreise entfällt die Einspeisevergütung. Strom, der in diesen Stunden ins Netz fließt, wird also nicht vergütet.
Verloren ist der Anspruch damit nicht. Die betroffenen Zeiten werden an das Ende des Förderzeitraums angehängt, die Vergütungsdauer verlängert sich entsprechend. Unterm Strich verschiebt sich ein Teil der Förderung nach hinten. Für ältere Anlagen, die vor diesem Stichtag in Betrieb gegangen sind, gilt diese Neuregelung nicht.
Wichtig ist außerdem, was die Regel nicht berührt: Ihr Eigenverbrauch bleibt unverändert möglich. Die Anlage produziert weiter, und jede Kilowattstunde, die Sie in diesen Stunden selbst nutzen, ersetzt wie gewohnt Strom aus dem Netz.
Wie stark das ins Gewicht fällt
Stunden mit negativen Preisen fallen häufig genau in die Zeit, in der Photovoltaikanlagen am meisten liefern. Wie viele es in einem Jahr sind, hängt von Wetter, Verbrauch und dem weiteren Ausbau von Netzen und Speichern ab und lässt sich nicht verlässlich vorhersagen. Eine feste Zahl wäre deshalb unseriös.
Klar ist die Richtung, auch für eine Dachanlage in Krefeld: Wer mittags den gesamten Überschuss einspeist, ist stärker betroffen als jemand, dessen Anlage zu dieser Zeit den Speicher füllt oder das Auto lädt. Das fügt sich in die übrige Logik des Gesetzes. Auch die 60-Prozent-Begrenzung für Anlagen ohne intelligentes Messsystem und Steuerbox betrifft nur die Einspeisung, nicht den Eigenverbrauch und nicht das Laden des Speichers.
Wie ein Speicher hilft
Ein Batteriespeicher nimmt den Überschuss auf, statt ihn in unvergüteten Stunden ins Netz zu geben. Abends und nachts versorgt er dann den Haushalt. Entscheidend ist die Ladestrategie. Ein Speicher, der schon am Vormittag voll ist, kann mittags nichts mehr aufnehmen. Viele Energiemanagementsysteme können das Laden deshalb gezielt in die Mittagsstunden legen, teils anhand von Wetter- und Ertragsprognosen. Ob sich das bei Ihrer Anlage einrichten lässt, hängt von Wechselrichter, Speicher und Steuerung ab.
Hinzu kommt: Zwischengespeicherter Solarstrom darf nach aktueller Rechtslage später ins Netz eingespeist und vergütet werden. Der Speicher schützt also nicht nur vor unvergüteter Einspeisung, er macht den Strom auch zeitlich flexibler nutzbar.
Verbraucher in die Sonnenstunden legen
Die zweite Stellschraube sind Verbraucher, die sich zeitlich verschieben lassen. Dazu gehören:
- die Wallbox, wenn das Elektroauto tagsüber zu Hause steht und mit Überschuss geladen werden kann,
- die Wärmepumpe, die Warmwasser oder Pufferspeicher mittags aufheizt,
- Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine mit Startzeitvorwahl,
- ein Heizstab im Warmwasserspeicher, sofern vorhanden.
Ein Energiemanagement kann diese Geräte automatisch ansteuern, sobald genug Solarstrom zur Verfügung steht. Das erhöht den Eigenverbrauch an jedem sonnigen Tag, nicht nur bei negativen Preisen. Ohne Speicher liegt er typischerweise bei 25 bis 35 Prozent, mit Speicher und gesteuerten Verbrauchern deutlich höher – je nach Haushalt.
Bei der Planung lohnt deshalb die Frage, welche größeren Verbraucher im Haus vorhanden oder in den nächsten Jahren zu erwarten sind. Eine Wallbox oder Wärmepumpe, die später hinzukommt, lässt sich leichter einbinden, wenn Wechselrichter, Zählerschrank und Leitungswege von Anfang an darauf vorbereitet sind.
Fazit für Krefeld: den Mittagsstrom selbst nutzen
Ob Einfamilienhaus am Stadtrand oder Altbau in der Krefelder Innenstadt: Negative Strompreise sind kein Grund, auf Photovoltaik zu verzichten. Sie sind ein Grund, die Anlage so zu planen, dass der Strom zur Mittagszeit im Haus bleibt. Elektro Wortmann aus Schwalmtal plant und installiert PV-Anlagen samt Wallbox und berät Sie dazu, welche Auslegung zu Ihrem Verbrauch passt.